Konzeptbeschreibung

Unser Ziel ist es gemeinsam einen Beitrag zur „Revitalisierung" des ländlichen Raumes zu leisten. Durch die Qualifizierung junger Menschen als künftige „Dorfraumentwickler*innen“ werden Zukunftschancen und -perspektiven in der Region erarbeitet und aufgedeckt. Das Projekt zielt darauf ab junge Menschen für „Ihr Dorf“ zu begeistern und auf diese Weise der Landflucht etwas entgegen zu setzten.

Langfristig gesehen soll durch die basisdemokratische Einbindung während der Forschungsvorhaben ein Bewusstsein für die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit demokratischer Beteiligung bei den Jugendlichen geschaffen werden. Jungen Menschen werden auf diese Weise Möglichkeiten geboten, demokratische Prinzipien zu diskutieren, zu erproben und in alltägliches Handeln zu übertragen. Sie können so ermutigt werden, ihre „Zukunft-Zuhause auf dem Land“ in die Hand zu nehmen und sich den eigenen Wohnort oder die Region, sowie die sozialen und poltischen Handlungsebenen zu erschließen.

Durch den Prozess soll zudem eine Verbesserung der Lebensqualität in der Region der Alten Welt gefördert werden. „Ich wusste gar nicht, dass meine Heimat soviel zu bieten hat“ ist eine der Erkenntnisse junger Menschen im Rahmen unserer Arbeit.

Zentraler Ausgangspunkt des Projektes ist die Ideenschmiede in Reipoltskirchen. Diese versteht sich als Entwicklungszentrum für den ländlichen Raum der Alten Welt. Darüber hinaus verfügen die „Dorfraumentwickler*innen“ über den „Alte-Welt-Spiele-Wagen“ und den „Alte-Welt-Bau-Wagen, um die Jugendlichen bei den Forschungsvorhaben zu unterstützen.

Die Maßnahme wird durch das Bundesprogramm Demokratie Leben gefördert mit dem Ziel, das Verständnis für Demokratie, die demokratische Bildung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und zu bewahren. Weitere Infos hierzu unter www.demokratie-leben.de.

Die „Dorfraumentwickler*innen“ sind Teil der Initiative „Alte Welt im Aufbruch“ . Weitere Infos hierzu unter www.alte-welt.com.

 

 

Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des BMFSFJ oder des BAFzA dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autorinnen und Autoren die Verantwortung.

 

Meilensteine und Zukunftsperspektiven

Vom Beginn des Sommers bis in den Herbst hinein tourte der Alte-Welt-Spiele-Wagen durch zahlreiche Dörfer der Alten Welt. Ziel war es die Bewohner und Bewohner*innen der Alten Welt kennenzulernen und so den Grundstein für kommende Aktionen zu legen. An den Aktionen beteiligten sich über 500 Menschen jeden Alters.

 

  • Folgende Dörfer wurden dabei besucht:
    • 13.07 Reipoltskirchen
    • 14.07 Nußbach
    • 15.07 - 16.07  Reichsthal
    • 20.07 - 21.07  Niederkirchen
    • 23.07 - 24.07  Mehlbach
    • 26.07 - 28.07  Dörnbach
    • 30.07 - 31.07  Finkenbach
    • 03.08 - 04.08  Rehborn
    • 05.08 Morbach
    • 06.08 - 07.08  Kappeln
    • 13.08 - 14.08  Rothselberg
    • 04.09. Kalkofen

Nach der Sommertour wurde das Projekt hart vom Lockdown getroffen. Bereits geplante Aktionen und Forschungsvorhaben kamen unweigerlich zum Erliegen.

Dies hielt die Dorfraumentwickler*innen jedoch nicht davon ab, sich ihren Lebensraum selbstbestimmt anzueignen. In zahlreichen Einzeltreffen und Exkursionen in Kleingruppen wurde Hintergrundwissen für kommende Forschungsvorhaben zusammengetragen und dokumentiert. 

Außerdem konnten weitere Kooperationspartner*innen gefunden und für kommende Aktionen mobilisiert werden.

Im Oktober 2020 fand das erste Treffen mit Jugendlichen aus Gangloff statt. Coronabedingt war dieses Treffen nur in einem kleineren Rahmen und ohne Dorfbegehung möglich. Dennoch gelang es den Anwesenden anhand einer umfassenden Internetrecherche und Betrachtungen der Region von oben, erste Erkenntnisse über Gangloff und den ländlichen Raum zu gewinnen. Darauf aufbauend wurden ersten Hypothesen formuliert und zusammen diskutiert, wie sich diese überprüfen lassen. Als Mittel der Wahl wurden Interviews mit Dorfbewohner*innen bestimmt. 

Coronabedingt konnten diese erst im Sommer 2021 stattfinden. Nach einer langen Phase von Einzeltreffen und Alternativangeboten konnte Mitte Juni der "Alte-Welt-Spiele-Wagen" zum ersten Mal in Gangloff gastieren. Daran anschließend fand Mitte Juli die erste Dorfbegehung mit Jugendlichen aus Gangloff und der Region der Alten Welt statt. Erst ein halbes Jahr nach der Formulierung der ersten Hypothesen mittels Internetrecherche konnten sich die jungen Forscher*innen ein genaueres Bild des Dorfes machen. Die Dorfbegehung förderte zahlreiche Einfälle und Ideen zu Tage und regte weitere Überlegungen an. Ende Juli gelang es den Dorfraumentwickler*innen dann, erste Interviews mit ortsansässigen Bewohner*innen zu führen. Diese werden nun transkripiert und anschließend gemeinsam ausgewertet. 

 

Auch im neuen Jahr litt das Projekt weiterhin unter den coronabedingten Einschränkungen. Doch statt zu jammern fanden die Dorfraumentwickler*innen innovative Lösungen, um trotz der Widrigkeiten mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten. Gemeinsam wollen wir zeigen, dass die Alte Welt sich nicht verstecken muss und die ländliche Region ein begehrenswerter Lebensraum für jung und alt darstellt!

Gemeinsam mit den Bewohner*innen der Region sammelten die Dorfraumentwickler*innen Materialien, wie Fotos, Geschichten oder Hinweise zu sehenswerten Orten und verwandelten die Einsendungen zu vier spannenden digitalen Schnitzeljagden für die Dörfer Dörrmoschel, Gangloff, Hefersweiler und Schallodenbach. Diese können mittels der App 'Actionbound' weiterhin kostenlos bestritten werden.

Bei Interesse gerne an die Dorfraumentwickler*innen wenden!

Leider waren im Mai weiterhin noch keine Treffen mit größeren Gruppen möglich. Um dennoch ein gewisses Gemeinschaftsgefühl unter den Jugendlichen aufkommen zu lassen, organisierten die Dorfraumentwickler*innen digitale Spielenachmittage. Mittels Onlinemeetings gelang es so weiterhin den Kontakt zu den Jugendlichen aufrecht zu erhalten und in lockerer Atmosphäre über aktuelle Entwicklungen und zukünftige Vorhaben zu diskutieren.

Seit Mai stehen die Dorfraumentwickler*innen mit Jugendlichen aus Hefersweiler in Kontakt. Diese haben Interesse bekundet ihr Dorf besser kennenzulernen um sich selbstbestimmt an zukünftigen Entwicklungen beteiligen zu können. Seither findet ein reger Austausch statt. Mitte Juli konnte ein erstes Treffen in Hefersweiler stattfinden bei dem über weitere Treffen und kommende Aktionen beraten wurde. 

Seit Frühjahr 2021 plant Nußbach einen Mehrgenerationenplatz anzulegen. Dieser soll als Treffpunkt für jung und alt dienen und Begegnungen und Austausch ermöglichen. Der Wunsch der Dorfbewohner*innen ist es auch, Ideen und Anregungen von Jugendlichen bei der Gestaltung einfließen zu lassen. 

In diesem Kontext beteiligen sich die Dorfrauentwickler*innen mit ihrer Forschungstätigkeit. Ihr Ziel ist es herauszufinden, was das Zusammenleben auf dem Dorf und speziell in Nußbach bedeutet: Wie war es früher? Wie ist es heute? Und wie könnte das Dorfleben in der Zukunft aussehen?

In einem ersten Planungstreffen mit ortsansässigen und in der Region beheimateten Jugendlichen wurde diskutiert, mit welchen Methoden sich die Fragen beantworten lassen. Am Geeignetesten erschien den Jugendlichen dabei eine Erkundung vor Ort. Als ersten Schritt der Forschunsgtätigkeit ist nun eine ethnografische Dorfbegehung geplant. Ergänzend soll eine Internetrecherche und Interviews mit Dorfbewohner*innen stattfinden.

Zukünftig geht es nun daram weitere Kooperationspartner*innen in der Region zu gewinnen und die Forschung im ländlichen Raum voranzutreiben. 

In naher Zukunft werden die Dorfraumentwickler*innen in Finkenbach, Mehlbach, Niederkirchen, Schallodenbach und Wörsbach aktiv sein.

Weitere Ort befinden sich in der Planung. 

Kontakt

Hauptstraße 14

67753 Reipoltskirchen

06364/1757223

info@dorfraum-entwickler.de